Von Carla Kiel
Willkommen Carla!“ stand auf dem Schild, das meine Austauschpartnerin am Flughafen Boston Logan hoch hielt. Der Ankunftsbereich war voll mit solchen Schildern, gehalten von aufgeregten Austauschschülern, neben ihnen ihre nervösen Eltern. Denn für die Amerikaner war es genauso aufregend, einen fremden Schüler in die Familie aufzunehmen, wie es für uns spannend war, ein vollkommen neues Leben kennen zu lernen. Denn anders, das war es wirklich. Anders und wunderschön.gapp 2013-3 Gleich am Tag nach unserer Ankunft lernten wir die Melrose High School und den dortigen Unterricht kennen. Oder eher die Vorträge, die die Lehrer den Schülern dort halten und nur selten deren Mitarbeit fordern. Die Schüler sitzen auf den mit dem Tisch verschweißten Stühlen und passen je nach Lust und Laune auf oder nicht. Zum Mittagessen geht es für alle Schüler in die Cafeteria, wo entweder mitgebrachter „Lunch“ oder bei der Essenausgabe gekaufte Burger, Pizza oder Pommes gegessen wird. Die zwanzigminütige Mittagspause ist neben dreiminütigen  Raumwechselpausen übrigens die einzige des ganzen Schultages. Aber natürlich waren wir nicht nur in der Schule. Wir machten Ausflüge nach Maine, New Hampshire, in die Hexenhochburg Salem und die Universitätsstadt Harvard sowie in die wohl berühmteste Stadt der USA, nach New York. Dort bekamen wir die volle Ladung von „In Amerika ist alles ‚bigger‘“ ab. Wir besichtigten den riesigen Central Park und den Times Square mit seinen Leuchtreklamen, sahen aus der Ferne die Freiheitsstatue und das 9/11 Memorial und nutzten die Zeit auf der 5th Avenue und bei Macy’s zum shoppen. Und immer waren wir umzingelt von riesigen Gebäuden, von denen einige zu den höchsten der Welt gehörten. Und nicht zu vergessen unsere Gastfamilien und Austauschpartner, die mit uns an den Wochenenden tolle Sachen unternahmen, uns den „American way of life“ näher brachten und uns ein zweites Zuhause auf der anderen Seite des Atlantiks gaben.gapp 2013-2 Beim Abschied von den Partnern und ihren Familien flossen etliche Tränen, aber glücklicherweise wissen wir ja, dass wir uns in wenigen Monaten am Hamburg Airport wiedersehen werden!  

Gapp 2012 - Neue Freundschaften, mehr Verständnis und ein erweitertes Weltbild

von Frederik Gniffke

Aufwachen, Frühstücken, zur Schule gehen, eigentlich ein ganz normaler Tag. Aber wie ist es, wenn man all das plötzlich an einem ganz anderen Ort macht? Ein dreieinhalbwöchiger Austausch nach Amerika im Zuge des German American Partnership Program (GAPP) hat mir und 23 anderen Schülern der 9. und 10. Klasse Antworten darauf gegeben.

Am 5. Oktober 2011 ging die langersehnte Reise endlich los. Die USA: Mehr ein Symbol als ein einfaches Reiseziel. Und dann nach sieben, mal längeren, mal kürzeren Flugstunden betreten wir amerikanischen Boden. Die Gastfamilien holen uns vom Flughafen ab und von nun an gilt: Englisch sprechen. Unterwegs können wir bereits erste atemberaubende Eindrücke sammeln, während es Richtung Melrose geht, einer Stadt mit 30.000 Einwohnern und Suburb von Boston - unser Zuhause für die nächsten Wochen.

Doch dieser Austausch ermöglicht es natürlich nicht nur den Ort zu sehen, sondern auch die Schule zu besuchen. Die startet gleich am nächsten Tag und Schlafmangel ist nicht das einzige Problem, dem wir als verwöhnte deutsche Schüler begegnen: So etwas wie Pausen gibt es gar nicht, nur drei Minuten zum Raumwechsel und eine 20minütige Mittagsessenspause. Und dass es zum Mittagessen nur Burger und Pizza gibt, ist nicht das einzige Vorurteil, das sich schnell bestätigt. Kleinere Autos sind ungefähr so selten wie ein Straßenzug, der uns nicht sofort über deinen Aufenthaltsort mittels einer Flagge aufklärt. Doch genauso verhält es sich z. B. mit dem Vorurteil, dass Amerikaner sehr offen und nett sind. Egal wo man hingeht, überall werden wir mit offenen Armen empfangen und so leben wir uns schnell ein. Über all die Unterschiede treten auch deutlich die Gemeinsamkeiten hervor und wir merken, wie deutlich doch die amerikanische Kultur die unsere beeinflusst.

Nach zwei Tagen Unterricht mit unseren Austauschpartnern, dem ersten Wochenende und bereits einigen Besuchen in Boston bekommen wir nun als Gruppe Unterricht bei amerikanischen Lehrern. Der Vorteil daran ist natürlich, dass wir immer jemanden neben uns haben, der einen auch auf Deutsch versteht. Aber auch an den amerikanischen Leiter des Austauschs können wir uns wenden, den erkennt man nämlich kaum als nicht-deutsch-Muttersprachler. Auch durch die vielen Ausflüge bekommen wir schon sehr bald nicht nur einen neuen Blick auf die USA, sondern auch auf uns. Jeder Tag ist ein Ereignis und die Zeit vergeht viel schneller, als uns lieb ist. Aber der wahrscheinliche Höhepunkt der Reise ist der Ausflug nach New York. Big Apple einmal nicht auf einem Bildschirm, sondern mit eigenen Augen sehen, ist ein faszinierendes Erlebnis, eines der Dinge, die einem wirklich im Gedächtnis haften bleiben.

Wir gehen fließend dazu über, nicht mehr die bereits vergangenen Tage zu zählen, sondern die, die noch bleiben. Wir unternehmen viel mit Amerikanern und Deutschen, das „apple picking“, ein Kinobesuch, ein Madsen Konzert an der Schule, das Besichtigen verschiedener Orte und für viele auch große Shoppingorgien gehören dazu.

Doch dieser Amerikabesuch bedeutet mehr, als nur billiger einzukaufen (auch wenn das ein netter Nebeneffekt ist), viel Sprachpraxis oder Sehenswürdigkeiten. Er bedeutet neue Freundschaften mit neuen Kulturen, mehr Verständnis und ein erweitertes Weltbild. Und dafür sind wir alle, die diese einzigartige Chance hatten, sehr dankbar und wir freuen uns, bereits im nächsten Jahr unser Land beim Gegenbesuch der Amerikaner vorzustellen.

Gapp 2011

Gapp 2012

 Alles anders

Hannah Voigt - Klasse 10c

Schon als wir die ersten Schritte auf amerikanischem Boden machten, wurde uns klar, dass dort alles anders als in Deutschland ist! Überall waren amerikanische Flaggen am Flughafen verteilt und sogar ein Schild von ‚Barack Obama‘ war zu sehen. Als unsere Familien uns dann willkommen hießen wurden wir alle mit „honey“ und „darling“ angesprochen und bekamen so auch gleich die typisch amerikanische Gastfreundschaft mit!

Am nächsten Tag wurden wir dann von der Schule überrascht. Natürlich hatte sich jeder in seinem Kopf vor der Reise schon eine typisch amerikanische Schule vorgestellt, aber dass es dann so wie „High School Musical“ aussah, hätte sich keiner gedacht! Das ganze Gebäude ist ein riesengroßer Klotz aus Beton und hat keinen einzigen Spielplatz, da man sich dort ja verletzen könnte! Dann gibt es 3 verschiedene lunch Zeiten, in denen man seine Freunde trifft, die man hauptsächlich aus seinen Sportaktivitäten oder der Schulband kennt. Dies kommt daher, dass es keine Klassenverbände, sondern nur ein Kurssystem gibt.

Während der Lunchzeit kann man sich Pizza, Pommes Frites und Burger kaufen -Salat wird oft einfach liegen gelassen.

Einen weiteren Unterschied stellt der amerikanische Unterricht da. Oft steht der Lehrer nur vorne in der Klasse und hält einen Vortrag über ein Thema, während die Hälfte der Schüler an ihren Handys spielt, isst oder sogar telefoniert. Wer gute Noten bekommen will, muss sich andererseits immer konzentrieren und mitschreiben um in den Tests Erfolg zu haben!

Am Ende der Stunde bekommt man einen Berg von Hausaufgaben auf und die Stunde wird von einem Feueralarm ähnlich klingendem Geräusch beendet. Dann haben die Schüler 3 Minuten um in den nächsten Klassenraum zu sprinten und ihr Schulzeug in ihre „locker“ zu packen.

Neun Minuten nach Zwei endet der Schultag der Amerikaner täglich. Danach trifft man sich bei Dunkin Donuts oder Starbucks oder fährt nach Hause, um Hausaufgaben zu erledigen. Bei diesen arbeitet die ganze Familie mit, denn oft verstehen die Schüler den von den Lehrern vermittelten Stoff gar nicht.

Für uns Deutsche war der Tag natürlich nicht ganz so anstrengend, da wir keine Hausaufgaben oder Tests machen mussten, dennoch haben wir viel über Amerika erfahren und wahrscheinlich die beste Zeit unseres Lebens gehabt!

 

 

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