Am Donnerstag, den 19. Juni, um 19.30 Uhr sind alle Fans der antiken Tragödie in der Aula des Gymnasiums Oberalster, Alsterredder 62, herzlich willkommen. Der Theaterkurs der 10. Klassen hat dem Klassiker „Antigone“ einen neuen Schliff verpasst. Da es für eine Schüleraufführung wenig glaubhaft schien, die Schauspieler in eine Toga zu stecken und den gesamten Text in altertümlicher Übersetzung darzubieten, untersuchte der Theaterkurs unter Leitung von Claudia Seeler die Charaktere der „Antigone“ und entdeckte viele Eigenschaften, die auch auf moderne Menschen zutreffen. Während der Interpretation wurde der Text teils behutsam, teils radikal bearbeitet, um auch Zuschauer, die antiker Literatur skeptisch gegenüber stehen, für die Botschaft des Dramas zu gewinnen: Damals gab es den machthungrigen Kreon, heute gibt es geld- und machtgierige Diktatoren. Antigone trauert um ihren Bruder und rebelliert gegen die Ignoranz der Oberen – welche Schwester würde dies nicht auch heute tun? Ebenso verhält es sich mit Konflikten und Wertvorstellungen, die im Stück zu dramatischen Konstellationen führen. Auch jetzt kämpfen Menschen überall auf der Erde für Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie, so wie es Antigone und ihr Verlobter Hämon in Sophokles Stück vor mehr als zweitausend Jahren taten. Willkommen sind neben Schülern (drei Euro Eintritt), auch Eltern, Lehrer und alle anderen Theaterfreunde (vier Euro).
Foto (hfr.) :Antigone (Hanna Rathje) streitet mit ihrer Schwester Ismene (Pauline Hellwege), ob man sich dem Onkel (Kreon) als Familien- und Staatsoberhaupt widersetzen darf, um den gemeinsamen Bruder doch zu bestatten.
     
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