So, nun steht es endlich, das Gartenhaus der Bienen-AG, in dem künftig unsere Materialien lagern, Rähmchen gebaut und Honig geschleudert werden soll!!!

Es gab Momente in den letzten  anderthalb Jahren, in denen ich nicht geglaubt habe, dass wir diesen Moment tatsächlich erleben werden: denn was so einfach klingt: einen Holzbausatz kaufen, ihn zusammenbauen und das Häuschen nutzen, ist in der schulischen Wirklichkeit ein kompliziertes Unterfangen.

Zunächst müssen alle wesentlichen Stellen (Schulleitung, Schulbau Hamburg) von der Notwendigkeit überzeugt werden und  mit der Errichtung einverstanden sein. Dieses Einverständnis konnte in einem gemeinsamen Ortstermin schnell eingeholt werden. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass ein Bauantrag nötig war. Mit Hilfe einiger Eltern und Herrn Widmann war der Antrag schnell gestellt.

Der geplante Standort, neben den Bienenstöcken, hinter dem Lehrerparkplatz, war ideal. Kleines Hindernis: eine hässliche  „Bambusinsel“ mit einer vierreihigen Steineinfassung in 20 cm Zementsockel und eingebauter Rhizomsperre aus Kunststoff, musste ausgegraben werden. Die Mitglieder der Bienen-AG konnten ein dreiviertel Jahr lang dabei beobachtet werden, wie sie mit Hacke und  Spaten auszogen, um sich schließlich an diesem Zementmonster die Zähne auszubeißen. Letztendlich waren alle sehr froh, als Frau Schlamp vom Schulverein den Vorschlag machte, Profis mit dem Abriss der „Bambusinsel“ zu beauftragen, die dann auch gleich das Plattenfundament für das Haus legten. Zum Glück fand Frau Schlamp, ohne deren tatkräftige Unterstützung das Projekt wahrscheinlich immer noch in der Schublade läge, einen Gartenbaubetrieb, der die Arbeit etwas unter Preis, quasi als Werbeaktion übernahm und zufriedenstellend ausführte.

Als Ende März diesen Jahres dann die „Bambusinsel“ verschwunden war und an ihrer Stelle das Plattenfundament lag, wurde die Verwirklichung des Projektes greifbar. Zumal der Schulverein die Finanzierung des Hauskaufs übernommen hatte und die Firma KWP bereit war, der Schule beim Kaufpreis entgegenzukommen.

Am 28. April war es dann endlich so weit, die Teile des Häuschens waren freundlicherweise von der Firma Raithel vorgestrichen worden und wir konnten sie für den Aufbau abholen. Frau Schlamp hatte dafür einen Transporter von Europcar zur Verfügung gestellt bekommen und wir fuhren zu dritt in die Krausestraße zum Abholen.

Nach anderthalb Stunden hatten wir schließlich alle Teile vorsichtig und sorgfältig eingeladen und der Wagen war bis unters Dach gefüllt, Mit bedenklichem Tiefgang schlichen wir auf der Hauptstraße dem GOA entgegen.

Am GOA wurde alles in einer der Hausmeistergarage zwischengelagert, schön sortiert, dass bloß die Teile von Haus und Anbauschuppen nicht durcheinander geraten.

Zwei Tage später ging es dann am Samstag ab 8 Uhr morgens  ans Aufbauen. Nachdem wir zu dritt (Frau Schlamp, Jonas aus der Bienen-AG und ich) den Bauplatz eingerichtet hatten, kamen um 9 Uhr dann die übrigen Helfer: Fast die gesamte Familie Fricke, Marco Schehrer und sein Vater, Julian Siemssen, Johannes Schäding (trotz Schienbeinbruch) und Herr Möller.

So ein Gartenhausbausatz ist wie Ikea in groß, noch mehr Teile, Bauanleitungen und Zeichnungen, die immer wieder Fragen offen lassen. Zum Glück hatte Jonas im Internet ein Aufbauvideo der Firma gefunden, das sich alle vor Baubeginn einmal im angrenzenden Klassenraum ansehen konnten.

Zum ersten Mal haben die Tafelgeodreiecke einen praktischen Zweck gehabt, denn mit ihnen konnten wir die Fundamenthölzer wunderbar rechtwinklig ausrichten. Das Aufstecken der ersten Wandbohlen war schwierig, denn Nut und Feder passten nicht immer ganz zusammen, manche Bauteile waren leicht verzogen, so dass immer wieder gedreht und nachgebogen werden musste. Mit jeder Bohlenlage allerdings, nahm die Übung zu und die Arbeit ging immer flüssiger voran.

Spannend war der Einbau von Türen und Fenstern, denn hier musste alles passen (und es passte zum Glück). Danach waren die Wände sehr schnell fertig, da diese Teile nur gesteckt werden mussten.

Das Einsetzen der Dachbalken war nicht nur Millimeter- sondern auch Schwerstarbeit: drei Leute mussten halten, hin und her zirkeln, einer gab die Anweisungen, wohin man sich zu bewegen hatte. Und das alles im Nieselregen!

Schließlich kamen die Dachbretter und der Boden des Hauses an die Reihe. Zeitgleich montierte eine andere Gruppe in der Garage den Anbauschuppen vor. Ca. 600 Nägel einzuschlagen, das dauert eine ganze Weile. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ausdrücklich bei Herrn Möller bedanken, der klaglos einen Nagel nach dem anderen versenkte, obwohl er am Ende komplett durchgeweicht war und bei Elke Schlamp, die Herrn Möller dann bei den Fußbodenbrettern abgelöst hat, obwohl sie meinte, dass sie das gar nicht kann…

Schließlich war es 20 Uhr abends, der Regen hatte zum Glück schon länger aufgehört, so dass wir provisorisch die Dachpappe aufnageln konnten.

Am nächsten Morgen habe ich dann mit Jonas, Justus, Julian und Marco bei strahlendem Sonnenschein die Schindeln aus Teerpappe festgenagelt und die Dachblenden verschraubt. Gegen 17 Uhr war auch das erledigt, und das Gartenhaus war im Rohbau fertig.

Trotz des langen Aufbaus (teilweise im Regen) und der damit verbundenen Arbeit waren alle Beteiligten sehr zufrieden und auch stolz auf ihre Leistung.

Jetzt geht es darum, das Haus in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Letzte Woche wurde das komplette Gartenhaus plus Anbauschuppen dankenswerterweise von der Firma Raithel gestrichen. Der mobile Wasseranschluss kommt demnächst, die Böden müssen noch lackiert werden und die Elektrik werden wir hoffentlich auch bis zum Sommer hinbekommen. Dann noch ein bisschen Inneneinrichtung und die Nutzung kann starten!!

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal allen Beteiligten danken, die den Aufbau des Hauses finanziell, logistisch und durch tatkräftige Hilfe möglich gemacht haben.

von Clemens Pampel für die Bienen-AG

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