Am 20. April waren Thorkel Wächter und Heide Wittmann an unserer Schule, um uns, den Schülern der 10. und 11. Klasse, ihre Eindrücke und Erinnerungen über die Nachkriegszeit zu berichten. Im Vordergrund der Befragung standen ihre beiden Väter Emil Heitmann und Walter Wächter, die in der NS-Zeit Widerstandskämpfer waren.  Beide waren bis 1938 zusammen im Bremer Zuchthaus und im Konzentrationslager Fuhlsbüttel.

Zunächst wurde uns das Leben der beiden und ihr Verhältnis zueinander von einem Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme referiert. So erfuhren wir, dass es dem jüdischen Walter Wächter im Zuchthaus wesentlich schlechter erging, als seinem Mitinsassen, sodass Emil Heitmann unter dem Vorwand etwas zu reparieren, Essen für ihn und andere geschmuggelt hatte. Im Anschluss an diesen Vortrag ergriffen die beiden Kinder das Wort. Besonders erstaunlich dabei war, dass sie teilweise erst durch Manuskripte ihrer Väter von deren Erinnerungen erfuhren. Sie berichteten viel von der eigenen Kindheit mit ihren Vätern. So hörten wir z.B., dass Emil Heitmann eine Hakenkreuz-Flagge vom Dach seiner Firma genommen habe, um für die Mädchen Kleider nähen zu lassen, da ihm insbesondere die Kinder am Herzen gelegen hätten.

Besonders Thorkel Wächter, der in Schweden lebt, konnte nicht erahnen, wie es seinem Vater damals ergangen war.  Bei uns kam daraufhin die Frage auf, warum er eine doppelte Staatsbürgerschaft angenommen hat und ob sein Vater das gut geheißen hätte. Er fühlt sich selber immer noch als Deutscher und denke, dass sein Großvater es immer noch gut gefunden hätte und sein Vater nicht! Man erkennt, wie zerrissen auch noch die Nachkommen von der Kriegsgeneration sind!

 

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