Lesung von Detlev Landgrebe

Autobiographie einer Kindheit am Rande des Holocaust

(5. März 2010) 

 

Detlev LandgrebeAm Montag, den 29. März 2010 um 10 Uhr, liest Detlev Landgrebe aus seinem autobiographischen Buch „Kückallee 37, Eine Kindheit am Rande des Holocaust" in der Aula des Gymnasiums Oberalster. Die Lesung aus der ergreifenden Familiengeschichte richtet sich an alle zehnten Klassen und weitere interessierte Schüler. Der 75jährige Autor, promovierter Jurist und pensionierter Verwaltungsbeamter, lebte mit seinen Eltern von 1939 bis 1950 in der Kückallee 37. Wegen seiner jüdischen Mutter Ilse Maria Landgrebe, die christlich getauft wurde, ist auch er als Kind bis 1945 verfolgt und diskriminiert worden.

In Nazi-Deutschland hatten in einer Mischehe lebende Juden und ihre christlich erzogenen Kinder eine gewisse Chance zu überleben, weil die Nazis ihre Ermordung erst für einen späteren Zeitpunkt geplant hatten – anders als in den besetzten Ländern. Der Schutz währte solange der arische Ehepartner dem Druck der Diskriminierung standhielt und bei seiner Familie blieb. Professor Ludwig Landgrebe, Vater des Autors und bekannter Philosoph, floh mit seiner Familie erst nach Prag, dann nach Löwen, um schließlich nach Reinbek zurückzukehren, wo sie unter dem subtilen, zunehmenden Terror der Nazis lebten. Detlev Landgrebes Großvater, Arthur Goldschmidt, wurde 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo der Jurist die evangelische Gemeinde Theresienstadt gründete und bis zur Befreiung 1945 als Pfarrer leitete.