Ich habe mein Praktikum in der Tierarztpraxis Krempe, Süderstraße 1a, 25361 Krempe/Holstein absolviert. Sie wurde im Jahr 2000 von Dr. med. vet. Hanns-Dietrich Graack gegründet.

Als selbständiger Tierarzt gilt man als freiberuflich tätig.

Aufgrund der Lage im ländlichen Raum behandelt der Arzt mit dem größeren Zeitanteil Großtiere auf landwirtschaftlichen Betrieben, mit dem kleineren Zeitanteil in seiner Praxis aber auch Kleintiere.
Zu Großtieren zählen z.B. Rinder, Pferde, Schweine, Schafe, sowie exotischere Tiere wie Lamas und Alpakas. Bei Kleintieren handelt es sich häufig um Hunde, Katzen, Nagetiere, Vögel und weitere Tiere, die als Haustiere gehalten werden.

Das fünfköpfige, sehr freundliche und hilfsbereite Praxisteam besteht aus einem Tierarzt, einer Bürokraft, zwei Tiermedizinischen Fachangestellten und einer Reinigungsfachkraft. Eine ärztliche Assistentenstelle ist zur Zeit leider nicht besetzt.

Das Team versorgt in zwei Behandlungszimmern die Kleintier-Patienten mit viel Herzblut und Leidenschaft.

Die Gesundheit jedes einzelnen Tieres liegt dem Praxisteam sehr am Herzen. Um diese zu gewährleisten wird bei den meisten Besuchen der tierischen Patienten eine allgemeine bzw. ganzheitliche Untersuchung vorweg gemacht, um eventuelle weitere Probleme frühzeitig zu entdecken. Als Belohnung für jeden Besuch bekommen die Tiere immer noch eine kleine Leckerei. Hiermit soll ihnen unter anderem auch die Angst vor Praxisumgebung und dem Arzt genommen werden.

Mein Arbeitstag begann um 7:00 Uhr morgens. Am Vormittag war ich immer mit dem Doktor unterwegs zur Bestandsbetreuung. Dort habe ich verschiedenste Tätigkeiten gesehen und ausgeführt, wie z.B. Impfungen von Kälbern, Trächtigkeitsuntersuchungen bei Kühen und anschließende Beschriftung der Kühe, Listenführung oder Verabreichung von Medikamenten.

Nach den Besuchen auf den landwirtschaftlichen Betrieben durfte ich stets Fragen stellen oder mir wurde eine Frage darüber gestellt, was wir gerade getan hatten, wobei interessante Gespräche über die Erkrankungen der Tiere sowie die Wirkungen der verschiedenen Medikamente entstanden.
Bei den Besuchen hatte ich nette Gespräche mit den Landwirten, die mir ebenfalls etwas über ihre Arbeit, Ihren Beruf und Betrieb erzählt haben.

Am Mittwoch Vormittag ist nach der Bestandsbetreuung stets OP-Tag für Kleintiere in der Praxis. Dann werden geplante OPs wie Kastrationen oder Tumorentfernungen durchgeführt. Hierbei durfte ich zuschauen, assistieren, Haken halten, Nahtfäden abschneiden usw. Anschließend musste geputzt und desinfiziert werden. Von 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr hatte ich Mittagspause.

Am Nachmittag war meist derselbe Ablauf wie vormittags. Von Bestandsbetreuung über die kleinen Praxisarbeiten bis hin zu der Kleintiersprechstunde, die von 16 bis 18.00 Uhr, die auch stärker besucht war. Gegen 18:30 Uhr hatte ich Feierabend.

Der wohl außergewöhnlichste Besuch in meiner Praktikumszeit war bei einer Landwirtin, die auf ihrem Zottelhof einen Eventhof betreibt und neben anderen Tieren insbesondere Lamas und Alpakas hält, die wir entwurmen mussten.

Mir hat mein Praktikum in der Tierarztpraxis Krempe bei Herrn Dr. Graack sehr gut gefallen. Ich habe dort ein sehr nettes und hilfsbereites Praxisteam kennengelernt, das mich sehr freundliche aufgenommen hat und sich gut um mich gekümmert hat.
Dabei fand ich besonders gut, dass ich Dr. Graack die ganze Zeit begleiten durfte und somit einen sehr umfangreichen Einblick in seine Tätigkeit erlangen konnte. Er hat mir alles, was er tat, erklärt und mir auch Fragen dazu gestellt. Sehr schön war, dass ich auch viele Dinge selbst machen und ausprobieren durfte und nicht nur zuschauen musste. Die Tätigkeit war sehr abwechslungsreich und ich bin durch die Begleitung des Arztes viel in der Region – zu den landwirtschaftlichen Betrieben – herumgekommen. Durch den Kontakt mit den Landwirten und dem Schlachter habe ich zusätzlich viele interessante Gespräche geführt und viel dazu gelernt.

Es hat mir sehr gefallen, einen Einblick in diesen Beruf zu erhalten.

Von: Sophie Tiedemann

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