Störungen im Betriebsablauf. Dafür ist die Deutsche Bahn bekannt. Und diese Probleme wollten wir ursprünglich unbedingt vermeiden. Als wir, das Bili-Profil der S3 mit Frau Bremer und Herrn Große, uns am Montagnachmittag, dem 12. August, am Hamburger Flughafen trafen, sah es leider anders aus. Wir hatten uns schon auf einen 25-Stunden-Tag gefreut, der es uns ermöglichen sollte, Edinburgh noch am selben Abend zu erkunden – aber es sollte wohl nicht sein. Unsere Fluglinie machte uns wortwörtlich einen Strich durch die Rechnung und verschob unseren Abflug um zwei Stunden nach hinten. Im hinteren Teil des Terminals 2 steht aber neuerdings ein Flügel, der manch einem die Wartezeit verkürzte. Das kleine Publikum um uns herum klatschte sogar…

Nach der Ankunft am Flughafen unseres Zielortes wurden als erste Amtshandlung dann die Gratisausgaben der Times inspiziert und Geld gewechselt, bevor wir, bereits relativ müde, in den Bus Richtung Stadtzentrum stiegen. Von dort ging es dann noch einen Kilometer zu Fuß den Berg hinauf, bis wir schließlich vor unserem Hostel standen. Auf den Check-in wartend fiel uns leider sehr schnell auf, dass mit „Free Pool, 12AM – 6PM“ Pool Billard gemeint war und wir uns um die zuhause gelassenen Badehosen keine Gedanken machen mussten. Zeit wäre allerdings, soviel vorweg, ohnehin nicht gewesen. Relativ schnell nach dem Verteilen der Schlüsselkarten und der Einteilung ging es dann aufs Zimmer und direkt wieder los, um auch zu eher später Abendzeit noch etwas zu Essen zu bekommen. Dabei ergab sich auch direkt der erste Kontakt mit der schottischen Sprache, die selbst den doch eher einstudierten Bestellablauf bei Subway teilweise kompliziert machte. Satt wurden wir aber dennoch und der erste Tag war vorüber. Rückbetrachtend sind wir uns übrigens alle einig, dass wir uns definitiv keine schottische Hörverstehensaufgabe im Englischabitur wünschen.

Am Dienstag starteten wir nach dem Frühstück im Museum of Scotland, bevor wir uns nachmittags am Edinburgh Castle trafen, um gemeinsam die Gegend zu erkunden und dann den Weg in Richtung der höchsten Aussichtsplattform der Stadt zu bestreiten. Namentlich: Arthur’s Seat. Einer der sieben Hügel, auf denen Edinburgh (in Anlehnung an Rom) gebaut worden sein soll. Folglich hatte dieser Aussichtspunkt zwar keinen Fahrstuhl und auch nicht wirklich eine Treppe, aber der beschwerliche Weg stand in gutem Verhältnis zur gebotenen Sicht. Frau Bremer, unserer Tutorin, fiel es schwer, uns wieder nach unten zu bewegen. Letztendlich machten wir uns dann aber doch wieder auf den Rückweg und genossen unsere Freizeit, die wir bis zum Abend selbst einteilen konnten. Wegen des jährlich im August stattfindenden weltgrößten Kulturfestes „The Fringe“ gab es stets etwas zu entdecken und zu unternehmen. Wir als Gruppe – soweit ich dabei von mir auf andere schließen kann – haben es genossen, so viel Freizeit zu haben und uns selbst den Tag einzuteilen.

Das Schottische Parlament, welches aufgrund der teilweisen Unabhängigkeit seit dem Jahr 1999 existiert, war Anlaufpunkt am Mittwochmorgen. Auch wenn uns die politischen Abläufe dort mit sehr viel Überzeugung dargestellt wurden, erinnerten sie doch stark an das uns bekannte System. Einziger Unterschied: Jeder auf der Welt kann eine Petition an das Parlament schreiben. Gehört wird diese bereits ab einer Stimme.

Was ansonsten natürlich auch nicht fehlen durfte, waren zum einen Fish & Chips (auch wenn die Restaurants in Edinburgh sehr international ausgerichtet sind) und ein unbeständiges Wetter, das zum Teil mit Regen und Wind aufwartete. Für den Hochsommer eher ungewohnt, aber doch besser als im Vorwege erwartet. Wir ließen uns davon jedoch nicht aufhalten. Die Überschrift trügt nicht. Und mit ein klein wenig Rundung komme ich laut meinem Handy auf den oben genannten Wert.

Mit vielen Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen ging die Woche schneller vorbei, als alle erwartet hatten und wird uns sicher in guter Erinnerung bleiben. An dieser Stelle vielen Dank an Frau Bremer und Herrn Große für die Planung und Begleitung unserer Reise, ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.

Abschließend die Reise in Kurzfassung und ein Kommentar zur Stadtgröße Edinburghs: so groß, dass es etwas zu sehen gibt, aber gleichzeitig noch so klein, dass man es zu Fuß schafft und alles sieht.

 

Kilian Lunk, S3

 

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