Als Schülerkorrespondenten nach Bella Italia

Von Lukas Rosenkranz

Hamburg-Berlin-Rom-Crotone. Das war unsere Reiseroute im Rahmen des Projektes „Va bene“, organisiert vom „Goethe-Institut“, dem offiziellen Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Ziel des zweijährigen Projektes ist die Förderung des Austausches zwischen italienischen und deutschen Journalisten, Karikaturisten und Kolumnisten – es geht darum, Gemeinplätze abzubauen und gegenseitige Neugier zu entfachen.
Das Institut wurde durch den Schülerzeitungswettbewerb des „Spiegel“ auf den „GOAner“ aufmerksam und lud auch zwei unserer Redakteure ein, Chefredakteur Timm Brünjes und mich. Zusammen mit zwei anderen deutschen Schülern sowie mit vier italienischen Schülern würden wir eine Woche lang durch Deutschland und Italien reisen. Unsere Aufgabe war dabei, über die Erlebnisse zu berichten, indem wir einen Blog mit Artikeln, Fotos und Videos füllten. Uns begleiteten eine Italienischlehrerin aus Deutschland, eine Deutschlehrerin aus Italien sowie eine Dolmetscherin.
Am 24. Oktober ging es in Hamburg los. Wir tauchten gemeinsam in die Welt des Journalismus ein und besuchten die Redaktionen vom „Hamburger Abendblatt“, dem „Spiegel“ und der „Zeit“. Natürlich war es sehr spannend, diese unterschiedlichen Zeitungen und Magazine aus der Nähe kennenzulernen. Am nächsten Tag fuhren wir nach Berlin, wo wir die „Rütli-Schule“ besuchten. Die Schulleiterin sprach mit uns über die Probleme ihrer Schule und wie viel sich seit dem Brandbrief, der die Schule deutschlandweit in die Schlagzeilen brachte, geändert hat. Mittlerweile hat sich die Rütli-Hauptschule nämlich in einem Pilotprojekt mit einer Real- und einer Grundschule zu einer Gemeinschaftsschule zusammengeschlossen. Das nächste Ziel war Italien – Rom, die ewige Stadt. Bei Spaziergängen durch die Stadt prasselten unglaublich viele Eindrücke auf uns ein. Natürlich besuchten wir auch das „Goethe-Institut“.

Die letzte Station der Reise war Crotone, eine Stadt im Süden Kalabriens. Größer hätte der Kontrast nicht sein können. An einem Tag waren wir in Rom, dieser überfüllten und vor Leben strotzenden Stadt und am nächsten Tag in der weiten Landschaft Kalabriens, wo sich das Auge an mit Wäldern bedeckten Berghängen und dahinter dem Mittelmeer ausruhen kann. Überraschenderweise gibt es hier einen starken deutschen Einfluss, welcher durch die vielen Gastarbeiter in Deutschland, die aus dieser Region stammen, entstand. Wir fuhren in die Berge Kalabriens, zu einer albanischen Gemeinde, die in dem 750-Seelen-Dorf Carfizzi lebt. Unglaublich gastfreundlich wurden wir willkommen geheißen, bekocht und herumgeführt.
Während der Reise erfuhren wir viel über das deutsch-italienische Verhältnis. Wie stark Vorurteile und Verallgemeinerungen momentan das gegenseitige Meinungsbild der beiden Länder prägen, ist erschreckend. Genau deshalb will das „Goethe-Institut“ mit seiner Arbeit bei den Medien ansetzen. Dass auch Schülerzeitungen dabei mit ins Boot geholt wurden, ist unser Glück.
Nach einer Woche voll neuer Eindrücke ist uns eines klar geworden: Italien und Deutschland, das passt zusammen, so unterschiedlich sich die beiden Länder auch gegenseitig vorkommen.

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