Oktoberfest oder was?!

6.29 Uhr, Hauptbahnhof Hamburg. Das Gleis 14 wird von einer Gruppe Jugendlicher bedrängt. Alle tragen gemütliche Jogginghosen und weite Pullis. Alle, außer zwei Erwachsenen, die ebenfalls auf dem Gleis bei der Gruppe stehen. Passanten sehen die Gruppe und wissen genau, was hier vorgeht oder, sollte ich sagen, was in den nächsten fünf Tagen vorgehen wird. Das Phänomen einer wartenden Gruppe am Bahnsteig wird als Klassenfahrt bezeichnet. Und genau das ist in den Tagen vom 07.09. bis zum 11.09. der Klasse 10a passiert.

Als der Zug am Gleis 14 eintrifft, steigen die circa 29 Personen ein und verbringen eine 6-stündige, handyfreie Zugfahrt nach Freiburg im Breisgau. Angekommen am Ziel geht es erstmal in die Jugendherberge und dann in die Stadt oder ins Freibad. Freiburg wurde im Jahre 1120 gegründet und gilt heutzutage als schöne Studentenstadt und als internationales Reiseziel. Nach den zwei Stunden Freizeit gab es ein recht gutes Abendbrot der Jugendherberge. Danach verbrachten wir die restlichen drei Stunden in Grüppchen, in welchen wir entweder die Stadt erkundeten oder uns entspannten.

Am ersten richtigen Tag fuhren wir früh morgens in den Europa-Park. Für viele von uns war es das erste Mal dort und es war atemberaubend. Dieser riesige Park voller Attraktionen und Menschen. Die kleinen Boote, die durch die Welt Sissis fuhren, die Märchenwelt und die Wasserbahnen waren allesamt spaßig. Für die Mutigeren unter uns gab es die Auswahl zwischen einer Looping- oder einer blitzschnellen Achterbahn. An diesem Tag war es sehr heiß; bis zu 35 Grad zeigten die Thermometer im Park an. Zur Abkühlung dienten dann die drei Wasserachterbahnen, bei denen wir bis auf die Haut nass wurden. Da wir alle müde und erschöpft waren, fuhren wir früher als geplant nach Hause und erlebten dort noch eine tolle entspannte Zeit sowie leckere, eckige Pizzen.

Der dritte Tag begann entspannt mit einem Frühstück in der Jugendherberge. Dann machte sich Frau Düsterdieck zusammen mit uns, auf den Weg in die Stadt. Angekommen auf dem mittelalterlichen Münsterplatz, wo auch gleichzeitig der Wochenmarkt stattfand, wurden wir in Gruppen aufgeteilt und zogen verschiedene Zettel. Auf diesen Zettel standen verschiedene Farben und wir brauchten diese, um eine Challenge zu meistern. In den Gruppen sollten wir eine Fotocollage mit Dingen in unserer Farbe erstellen. Nach Ablauf der Zeit sollten wir die Collage dann einreichen. Viele von uns waren schon früher fertig und erledigten einen Punkt auf unserer Freiburg-Bucketlist: In ein süßes Café setzen und einen Cappuccino trinken. Auch konnten wir uns in der Gruppe besser kennenlernen. Zwischen der Challenge und dem Nachmittagsprogramm hatten wir Freizeit und nutzten diese, um weiter die Stadt zu erkunden oder einen kleinen Mittagsschlaf zu machen…

Am Nachmittag trafen wir uns mehr oder weniger pünktlich in der Stadt, um zusammen in das südlich gelegene Tal zu fahren. Nach einer Fahrt mit der Tram stiegen wir in den Bus um und danach in eine Gondelbahn. Diese fuhr uns in etwa 16 Minuten zur Gipfelstation des Schauinslandberges. Der Name beschreibt eigentlich genau das, was man von einem Berg erwartet. Wir hatten einen atemberaubenden Blick über das ganze Tal. Vom Ausgangspunkt aus wanderten wir erst zum Gipfel des Berges, dann zu einem Aussichtsturm und zum Schluss durch ein Wäldchen zurück. Der Rückweg stellte sich als äußerst einfach heraus, wenn man versteht, dass es im Süden Baden-Württembergs nur einen Bus gibt, welcher im Kreis fährt und man nicht in den falschen Bus einsteigen kann. Der Tag endete mit einem leckeren Abendessen in der Jugendherberge, auf das Tischtennisspiele und nächtliche Spaziergänge folgten.

An unserem letzten Tag fuhren wir morgens mit dem Zug nach Frankreich. Drei Stunden dauert die Fahrt von Freiburg nach Straßburg. Und obwohl der Zug Verspätung hatte, gab es noch genug Zeit, um als Klasse durch die Altstadt zu schlendern und anschließend rechtzeitig um 14 Uhr im Europäischen Parlament zu sein. Denn dort hatten wir die Ehre an einer Simulation des Ablaufs dort teilzunehmen. Auch wie am Vortag wurden wir dazu in Gruppen eingeteilt und vertraten verschiedene Koalitionen in zwei Diskussionsfragen. Zum einen ging es um Sicherheit im Netz, zum anderen um Ernährung. Das Spiel dauerte ungefähr 2 Stunden und gab uns einen tollen Einblick in das Berufsleben der Abgeordneten. Es ist toll, dass so etwas angeboten wird und dass Herr Dörpholz und Frau Düsterdieck das mit uns gemacht haben.

Bis 20 Uhr hatten wir dann noch Freizeit. In unseren Freundesgruppen aßen wir in tollen Restaurants, shoppten in Boutiquen und Shops und erkundeten die wunderschöne Altstadt. Straßburg ist eine tolle Stadt und sehr sehenswert. Die verträumten Häuser und die kleinen Bächlein geben einem das Gefühl von einer Zeitreise ins 17. Jahrhundert. Straßburg ist eine klare Empfehlung!

Die Rückkehr war geprägt vom Gähnen müder Teenager, geschlossenen Augen und Musik. Die Nacht war nicht viel von Schlaf geprägt, aber wer will das schon? Viel besser ist es, sich um 1 Uhr morgens Pizza zu bestellen… Denn am nächsten Tag hatten wir genug freie Zeit, um den Schlaf nachzuholen.

Um 11 Uhr ging unser Zug in die vertraute Heimat. Wir mussten erstmal realisieren, dass die Woche nun vorbei war. Aber dann spielten wir Uno, aßen unsere Snacks und redeten über die Erlebnisse.

Die Woche war eine tolle Erfahrung, und auch Freiburg ist eine schöne Stadt. Die 10a möchte sich noch einmal ausdrücklich bei Herrn Dörpholz und Frau Düsterdieck bedanken. Wir finden, Sie haben die verschiedenen Situationen toll geklärt und waren immer für uns da. Auch haben Sie es geschafft, uns allen eine tolle Woche zu gestalten! Dankeschön…

Und nun starten wir zurück in den Alltag. Voller Erinnerungen, Witzen und Gedanken über das mögliche Studieren in Freiburg. Wer weiß, was kommt…