30 Jahre nach dem Mauerfall

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Am Freitag, den 08.11 wurden wir (die Klasse 10a), der Wahlpflichtkurs “Oral History”, die Klasse 10d (beide mit Herrn Kroll) sowie der Geschichtskurs S3I von Herrn Lassen zu einer Zeitzeugenbefragung zum 30- jährigen Jubiläum des Mauerfalls 1989 ins LI Hamburg (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung) eingeladen. Der Aufbau der Veranstaltung war klar definiert und in zwei Abschnitte aufgeteilt. Um 10.00 Uhr startete die Veranstaltung unter der Leitung unseres Geschichtslehrers Herrn Dr. Schröder. Zunächst berichteten Evelyn Zupke und Peter Grimm – beide ehemalige DDR Bürger – über ihre persönlichen Erlebnisse in Bezug auf den Mauerfall. Anschließend durften die anwesenden Schüler Fragen an die beiden Zeitzeugen stellen.

In den Erzählungen der Zeitzeugen fielen immer wieder Stichworte wie: Unterdrückung, Proteste, Betrug und Entzug von Freiheit, was uns zum Nachdenken brachte. Wir können uns nicht im Ansatz vorstellen, wie schlimm und grausam diese Zeit gewesen sein muss, da wir hier in einer für die meisten traumhaften Welt leben, ohne irgendwelche schwerwiegenden Probleme. Darauf basierend ist es für uns erschreckend, dass bis vor gerade einmal dreißig Jahren Menschen wie wir unter solchen Umständen leiden mussten. Einer der Zeitzeugen konnte berichten, dass er für rund vier Jahre keinen Kontakt zu seinem Vater haben konnte, da die Trennung zwischen DDR und dem Westen so extrem überwacht war, dass ein Kontakt, wenn überhaupt, nur in Ansätzen möglich war. Die Zeitzeugin erzählte von nicht vorhandener Freiheit. Sie war eine revolutionär denkende Frau, die damals für das politische System eine Gefahr darstellte. Zudem konnte sie davon berichten, dass die Stasi die Macht hatte, Personen die Grundrechte zu nehmen, denn ab dem Zeitpunkt, zu dem Menschen zu einer möglichen Gefahr für die Politik wurden, nahm sich das System das Recht, das Leben dieser Menschen zu kontrollieren und deren Freiheit zu begrenzen.

Ein weiterer Aspekt, der für Erschrecken bei uns sorgte, war, dass zu dieser Zeit Kinder bzw. Jugendliche durch die Schule so stark beeinflusst wurden, dass die eigene Meinung von Heranwachsenden meist sehr einseitig war, und so gab es nur wenige, die sich eine unabhängige eigene Meinung bilden konnten. Die anwesenden Zeitzeugen jedoch ließen sich damals nicht von der sehr subjektiven Schulbildung ihre Meinung verändern und äußerten schon während ihrer Schulzeit Kritik an der DDR. Dieses Äußern von Kritik führte in vielen Fällen – wie bei dem Zeitzeugen Peter Grimm – zum Ausschluss von Bildung (er wurde wenige Tage vor dem Abitur von der Schule geworfen) und somit zu einer sehr perspektivlosen Zukunft.
Vergleicht man diese Schulbildung mit unserer heutigen, so fällt auf, dass wir gar nicht subjektiv unterrichtet werden, da jeder das Recht auf eine unbeeinflusste Meinung hat.

Laut den Zeitzeugen war der Weg zum Mauerfall eine unvergleichbar harte Zeit, welche viele Menschen an ihre Grenzen brachte. Trotz alledem gaben sie nicht auf und kämpften Tag und Nacht für die Wiedervereinigung Deutschlands. Auch die Zeitzeugin konzentrierte sich vollkommen auf das Ziel, den Mauerfall herbeizuführen und gleichzeitig den Nachweis einer korrupten, die Menschen betrügenden Regierung zu erbringen, welche sich nicht für das Wohl der Bürger zu interessieren schien, sondern ausschließlich Macht demonstrieren wollte. Von dem Zeitpunkt an, als sich immer mehr Menschen zusammenschlossen und für die Gerechtigkeit anfingen zu kämpfen, kam es vermehrt zu positiven Ereignissen, wie die Zeitzeugen erzählen konnten. Der Staat wehrte sich bestmöglich und versuchte, die Revolution zu verhindern, aber der 9. November 1989 gab letztendlich allen Kämpfern Recht.

Abschließend können wir nur sagen: Kämpfen lohnt sich! Diese, sehr oft nur daher gesagte, These wird durch Beispiele wie diese immer wieder bestätigt, und dieses historische Ereignis sollte für alle eine Inspiration sein. So kommen wir zu der Meinung, dass eine derartige Veranstaltung öfter von Schulklassen besucht werden sollte, da meist sehr aufschlussreiche Erkenntnisse, wie unsere, zustande kommen.

Valentin Lohse und Niklas Benedikt mit Lea-Sophie Struckmann und Jana Gutzmann (alle 10a)