Ankündigung: REAL:LIVE? – Das Leben als Show

Was ist real?

Wer entscheidet eigentlich, was real ist, die Welt um uns herum oder wir selbst? Realität ist nicht nur das, was wir sehen, hören oder anfassen können, sie ist ein Geflecht aus Wahrnehmung, Erinnerung und Erwartung.
Jeden Tag bewegen wir uns durch diese Realität, doch wie oft hinterfragen wir sie wirklich? Wir leben nur nach Regeln, die uns vorgegeben werden, Rollen, die wir übernehmen und Masken, die wir bewusst oder unbewusst tragen.
Doch was passiert, wenn wir aus dieser Realität ausbrechen? Wenn wir die gewohnten Grenzen hinter uns lassen und die Welt auf neue Weisen sehen?
Plötzlich öffnen sich neue Räume für Träume, Ideen und Möglichkeiten, die vorher keinen Platz hatten. Wir erkennen vielleicht unser wahres Ich, das nicht dem entspricht, was andere von uns erwarten, sondern dem, was tief in uns steckt.
Sogar Reality Shows, die das „echte Leben“ zeigen sollen, bestehen oft nur aus Inszenierungen. Sie erinnern uns daran, dass Realität und Darstellung selten dasselbe sind. Die Frage bleibt: Sind wir die Menschen, die wir zeigen oder die, die wir wirklich sind? Vielleicht liegt die Wahrheit nicht draußen, sondern in uns selbst. Im Mut, die gewohnte Realität zu verlassen und wir selbst zu sein.

Ariyan Mazoochian

#Realitycheck

#realitycheck
-jegliche Filter für den Moment weg
Ein Titel, ein Hashtag, ein Wort
Begegnet uns an verschiedenstem Ort
#realitycheck steht neben dem Bild
Unter dem Post, dem Reel oder der Nachricht
Zu sehen: Die Küche ist unaufgeräumt
Und die Paketrückgabe wurde versäumt
#realitycheck steht in der Nachricht
Es wird berichtet von der wahren Sicht
Die Freundin erfährt von den letzten Tagen
Dem Stück Realität, das man sich traut zu verraten
Der Anspruch vom #realitycheck
-es ist der Schritt raus aus dem Versteck
Das Ideal verlassen
Um der REALITÄT einen „Check“ zu verpassen
#realitycheck ist der Anspruch die wahre REALITÄT zu zeigen
Sich nicht vorm Idealbild Social Medias zu verneigen
Das was vorher im Schatten lag
Kommt jetzt zutag
#realitycheck
-jegliche Filter für den Moment weg?
Das Hashtag weit verbreitetet
Die REALITÄT trotzdem aufbereitet?
Denn, wer entscheidet denn: „Das ist real!“
Und das, „das entspricht nicht dem Ideal“
Gehört zur REALITÄT nur das, was aus dem Raster „Ideal“ fällt,
Aber noch schön genug ist und content für den neuen Post enthält?
#realitycheck
-Vielleicht sollten wir dich auch mal einem „realitycheck“ unterziehen
Und dabei feststellen,
Dass jedes Individuum, der dir den Titel hat verliehen,
Vergessen hat, „REALITÄT“ zu definieren.
REALITÄT als etwas, das niemals absolut,
Sondern ein vom Blickwinkel aus beeinflussbares Gut
Zu begreifen und verstehen ist
Und du, #realitycheck, nur ein Teil der REALITÄT bist.

Louisa Röger

„Inszenierung, echt oder beides?“

Früher einmal machte ich, wenn ich abends nach Hause kam, meinen Fernseher an und guckte mir meine Lieblingsrealityshow an. Ich lachte über Personen, fieberte mit anderen und fand wieder andere dramatisch, wenn es zu einem unnötigen Streit kam.
Klappe die Erste, noch einmal, weitermachen, Stopp, wiederholen, mehr Dramatik, Klappe die Zweite, mehr Emotionen, wiederholen.
Wenn ich heute abends nach Hause komme, meinen Fernseher anmache und eine Reality Show gucke, schwirren mir diese Dinge immer noch im Kopf herum. Ich lache nicht über Personen, weil ich denke, dass es gescripted ist, ich fiebere nicht mit anderen mit, weil ich denke, dass das meiste vorgegeben wird, und ich finde andere weniger dramatisch, weil ich denke, dass sie wahrscheinlich dazu aufgefordert wurden, durch Dramatik die Spannung zu erhöhen.
Anstatt Freude, Humor und Ablenkung verbinde ich mit Reality Shows nun Begriffe wie Realität und Irrealität, Inszenierung und Echtheit und Wahrheit und Lüge. All diese Begriffe haben etwas für mich gemeinsam. Sie sind nicht leicht greifbar und oft schwierig voneinander zu unterscheiden. Es ist von früher zu heute etwas für mich verloren gegangen, was die Reality Shows sich hatten. Sie werden von mir nicht mehr einfach so genossen, sondern hinterfragt, analysiert und bewertet.
War das gescripted? Ist das jetzt echt? Ist diese Person so wirklich?
All diese Fragen stelle ich mir, wenn ich jetzt an Reality Shows denke. Ich probiere genau hinzugucken und mich zu fragen: „Wessen Realität ist das eigentlich?“. Das Schlimmste an allem ist, dass ich auch angefangen habe mich selbst zu hinterfragen.
Wer bin ich eigentlich wirklich? Bin ich manchmal auch dabei, mich zu inszenieren? Und wann bin ich denn überhaupt vollkommen echt? Vor allem durch meine Arbeit im Reality Format sind aus einem früheren Traum ganz viele Fragen entstanden. Ich erlebe hautnah, wie es ist, sich inszenieren zu müssen, eine scheinbar reale Situation gescripted spielen zu müssen und im Endeffekt nicht mehr richtig zu wissen, ob die Person vor der Kamera wirklich man selbst ist oder nur eine vorgegebene Rolle.
Heute weiß ich, dass mein Traum vielleicht ein Traum hätte bleiben sollen, da die Wahrheit hinter Reality Shows meine Sicht auf sie verändert und mich mit vielen Fragen ohne Antworten zurückgelassen hat, die mich an meiner Wahrnehmung von Realität und Irrealität zweifeln lassen. Hast du eine Antwort darauf, wie man zwischen Realität und Irrealität unterscheiden kann, wenn es doch so subjektiv ist?

Julia Weißhuhn