Blicke in eine echte Stasi-Akte: Jugendliche geraten ins Visier der DDR-Staatssicherheit

Quelleninterpretationen aus dem Geschichtsunterricht

Zum Abschluss des Geschichtsunterrichts in der 12. Klassenstufe gab es eine besondere Aufgabe: Die Schülerinnen und Schüler bekamen Original-Stasi-Akten vorgelegt. Diese waren als „Quellen für die Schulen“ zuvor für den Unterricht von der BSTU so vorbereitet worden, dass der Inhalt erschließbar bleib, aber keine Persönlichkeitsrechte verletzt wurde. (https://www.stasi-unterlagen-archiv.de/informationen-zur-stasi/bildungsangebote/)

Vier herausragende Arbeiten von Hendrik Kröger, Louise Leuchtenberger, Mia Röger und Mina Rohwedder dürfen wir hier veröffentlichen (mit Dank!). Sie zeigen im Kleinen, wie die Staatssicherheit gegen Jugendliche vorging, im Großen lernen wir, was es heißt, wenn es keinen Rechtsstaat in einer freiheitlichen Demokratie mit Gewaltenteilung gibt!

Doch lesen Sie selbst…

Dr. Helge Schröder

Mia

Jugendliche Inoffizielle Mitarbeiter (IM) am Beispiel des IM „Shenja“

Die Quelle „Vorschlag des MfS-Mitarbeiters zur Kontaktaufnahme mit „Shenja“ wurde von Harnack (Oberfeldwebel), einem Mitarbeiter des MfS und Peltz (Lautnant), einem AG-Leiters am 20.11.1980 in Bad Doberan verfasst. In der Quelle, einem Auszug aus einer Akte des MfS, wird die Herangehensweise der Stasi zur Kontaktaufnahme zur Person Ute Beden (Name ausgedacht) beschrieben. Ute Beden, geboren 1964 in Rostock, ist zur Zeit der Quelle Schülerin an der EOS im A-Dorf (ebenfalls Name ausgedacht). In dem Dokument wird die Handlungsart des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) ganz deutlich an dem Beispiel der minderjährigen „Shenja“ (Deckname der Ute Beden) aufgezeigt.

Es handelt sich um einen getippten Bericht beziehungsweise eine Planung der nächsten Handlungsschritte aus der Zeit der DDR, der als Vorschlag Teil von „Shenjas“ Akte ist. […]

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Hendrik

Akte der Staatsicherheit

Der vorliegende Auszug einer Akte des Ministeriums für Staatssicherheit beinhaltet eine Reihe an interessanten Dokumenten zu einem Schülerprotest aus dem Jahr 1961. Nach einer kurzen Darlegung des Sachverhalts, wird diese Analyse zwei Dokumente näher betrachten, um abschließend die Ereignisse, sowie die einzelnen Quellen historisch zu bewerten und einzuordnen. Der Protest ereignete sich 1961 in der Hansestadt Anklam. Die Stadt aus Mecklenburg-Vorpommern liegt kurz vor der Insel Usedom. Zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik diente Anklam als Verwaltungssitz des Kreises Anklam, welcher zu dem Bezirk Neubrandenburg gehörte. […]
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Luise

Flucht aus der DDR „Versuchter Grenzdurchbruch zweier Schüler“ Auszug aus einer Akte des MfS

Bei der Quelle handelt es sich um den Maßnahmeplan aus der Akte „Flucht aus der
DDR „Versuchter Grenzdurchbruch zweier Schüler“ Auszug aus einer Akte des MfS“.
Diese ist wiederum ein Bestandteil einer Akte des Ministeriums für Staatssicherheit
(MfS) der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR), welche von dem
Bundesarchiv „Stasi-Unterlagen-Archiv“ als korrigierte Auflage in Berlin 2009
veröffentlicht wurde. In der Akte wird von einem Fall aus dem Jahre 1979 berichtet, in
welchem zwei Schüler der DDR bei einem versuchten Grenzdurchbruch gefasst und
einer von ihnen durch den Einsatz von Schusswaffen tödlich verletzt wurde. Olli
Rübner und Tom Meier (Namen wurden abgeändert) hatten aufgrund von schlechten
schulischen Leistungen und privaten Problemen den Entschluss gefasst, in die
Bundesrepublik (BRD) zu fliehen. […]
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Mina

Auswertung einer Staatssicherheit Akte mit Hilfe einer Quelleninterpretation

In den Schatten des ehemaligen Ostblocks während des Kalten Krieges regierte die Deutsche Demokratische Republik (DDR) als ein Land, das von Überwachung und bis hin zur politischen Unterdrückung geprägt war und die Kontrolle seiner Bürger: innen abzielte. Unter dem strengen Regime der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) und der immer anwesenden Staatssicherheit, der berüchtigten Stasi, wurde das tägliche Leben der Bürger durchdrungen von Misstrauen und Kontrolle.
Die Stasi, das Instrument des Staates. Sollte zur Aufrechterhaltung der Macht und zur Unterdrückung jeglicher Gegner der DDR führen. Das ins Detail durchdachte, ausgedehnte Netzwerk von Spionen und Überwachung, wurde in den Staatssicherheit-Akten festgehalten und bieten heute noch die Möglichkeit, das Leben der Bürger bis ins kleinste Detail genau nachzulesen. […]
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