Ein Land, in dem nicht alles gesagt werden durfte

Wie war es, in einem Land aufzuwachsen, in dem nicht alles gesagt werden durfte und eine Mauer den Alltag bestimmte? Genau dieser Frage gingen die zehnten Klassen des GOA am 14.11.2025 nach, als die Zeitzeugen Jörg Stiehler und Jan Pagels in der Aula von ihren Erlebnissen in der DDR und rund um den Mauerfall berichteten.
Die Veranstaltung, moderiert von uns beiden, brachte zwei Lebenswege zusammen, die kaum unterschiedlicher hätten sein können:
Während Jörg Stiehler als Jugendlicher mit seiner Mutter heimlich die Flucht über Ungarn wagte und alles zurückließ, stand Jan Pagels hinter den Idealen der DDR, leistete seinen Wehrdienst und plante ein Lehramtsstudium. Diese verschiedenen Perspektiven ließen die Schülerinnen und Schüler verstehen, wie unterschiedlich Menschen ein und dasselbe System erleben konnten. Besonders eindrucksvoll schilderten die Zeitzeugen, wie groß die Rolle der Mauer und die der politischen Kontrolle in ihrem Alltag war – von strengen Schulstrukturen über den Einfluss der Staatssicherheit bis hin zur Angst, wem man überhaupt vertrauen durfte.  Die Veranstaltung bot einen authentischen Blick auf ein Kapitel deutscher Geschichte, das für die heutige Schülergeneration bereits weit zurückliegt – und machte deutlich, wie wertvoll Demokratie und Freiheit sind. Sie zeigte uns, dass es in der Geschichte nie nur eine Perspektive gibt.

Ein herzliches Dankeschön gilt den beiden Zeitzeugen, dass sie ihre Erfahrungen so offen mit uns teilten und der Bundesstiftung Aufarbeitung für die Finanzierung und Unterstützung.

Lotta-Sophie und Lilli-Marie Albrecht, S3/S1