GOAner erfolgreich bei NATEX

„Wir stellen uns der Krise!“ – Wiedereröffnung des Goapuccinos
31. August 2020
mint:pink am GOA
15. September 2020

Preisträgerinnen und Preisträger aus Klasse 8

“Der Turmbau zu Natex” – “Ohne Moos nix los!”

Der naturwissenschaftliche Wettbewerb NATEX ermöglicht Schülerinnen und Schülern naturwissenschaftliche Phänomene zu untersuchen. Dabei werden immer zwei neue Themenschwerpunkte gesetzt.

Im Jahr 2019 haben wir unter dem Aufgabenmotto „Der Turmbau zu Natex“ zunächst Türme aus Mehl und Öl gebaut und deren Stabilität mittels verschiedener Methoden untersucht. Dabei hatten wir die Aufgabe, herauszufinden, welches Mischverhältnis die stabilste Baumasse ergibt bzw. aus welcher Baumasse man die höchsten Türme bauen kann

Bei der zweiten Teilaufgabe im Jahr 2020 mit dem Titel „Ohne Moos nix los!“ wurden wir dazu aufgefordert, verschiedene Moose und Flechten zu bestimmen und die Umweltbedingungen, unter denen sie leben, zu beschreiben und zu vergleichen. Insbesondere interessierten uns dabei die Wasseraufnahmefähigkeit der Moose sowie die Standortbedingungen, unter denen die Moose und Flechten wachsen. Als Hilfsmittel verwendeten wir u.a. ein Mikroskop sowie eine Flechtenleiter, mit der der Besatz eines Baumes mit Flechten bestimmt werden kann.

Am 05. September 2020 findet die Preisverleihung im Walddörfer-Gymnasium in Volksdorf für die erstplatzierten Schülerinnen und Schüler statt.

Voraussichtlich wird im Dezember 2020 noch eine zusätzliche Ehrung im Hamburger Rathaus stattfinden.

Jan Polensky, 8b

Fotos: Jan Polensky

NATEX in Zeiten von Corona

Als Anfang dieses Jahres im Biologieunterricht das Thema des Natex-Wettbewerbes verkündet wurde, waren die meisten positiv überrascht: Wir sollten Untersuchungen über Moose und Flechten durchführen. „Das wird bestimmt interessant!“ dachte ich mir, während ich mir schon voller Vorfreude, wie alle anderen, über die Gruppe und die Organisation Gedanken machte. Doch zu dem Zeitpunkt ahnte noch niemand etwas von Corona…

Mein Natex-Partner und ich hatten bereits ganz vorbildlich einen Zeitplan erstellt: Wir wollten nicht alles bis zur letzten Minute herauszögern. Nach einer Woche hatte man aber doch, um ehrlich zu sein, Natex erstmal vergessen. Schließlich begannen wir eine Woche vor den Märzferien, uns wieder mit Natex zu beschäftigen. Wir hatten uns die Arbeit gut aufgeteilt – einer war für die Moosexperimente zuständig, der andere für den Flechtenteil.

Als dann die Schulschließung verkündet wurde, dachte ich erst gar nicht an Natex. Es war mein Partner, der mich fragte, wie weit ich denn schon sei und damit die Gedanken an das Projekt wieder aufwarf. „Noch nicht so weit“, antwortete ich über WhatsApp, dem für uns am wichtigsten Weg zur Verständigung, abgesehen vom Telefonieren. Also fing ich an, mich mit meinem Thema, den Flechten auseinanderzusetzen: Zuerst informierte ich mich übers Internet. Natex hatte Quellen dafür bereitgestellt, was sehr hilfreich war. Jetzt kam der schönste Teil von Natex. Gemeinsam mit meiner Schwester und meinem Hund ging ich Flechten suchen. Und wir fanden mehr, als wir erwartet hatten! Von der einfachen Gelbflechte bis zu Exemplaren wie Hypogymnia physodes oder Physcia caesia. Nachdem wir diese Flechten dann dokumentiert und untersucht hatten, war das Protokoll an der Reihe, was immer sehr viel Arbeit erfordert. Ich schrieb stückchenweise, ungefähr eine dreiviertel Stunde pro Tag und bald war auch das Protokoll fertig. Bei dem Austausch unserer Arbeiten war uns IServ eine große Hilfe, da es das Verschicken der großen Dateien erleichterte.

Schließlich war das Natex-Projekt vollendet, ohne dass wir uns auch nur einmal getroffen hatten! Wir kommunizierten lediglich digital und per Telefon. Im Nachhinein betrachtet können wir abschließend feststellen: Eine interessante Erfahrung!

John Philipp Lührs, 8d

Backrezepte und Experimente mit Unkraut?

Bau eines Turms aus Mehl und Öl? Die Untersuchung von Flechten und Moosen? Was für uns auf den ersten Blick wie eine Suche nach dem perfekten Backrezept und das Experimentieren an „Unkraut“ schien, waren in Wirklichkeit die Aufgabenstellungen bzw. Themen des NATEX-Wettbewerbes 2019/20. Dass wir in beiden Runden die Versuchsreihen stark unterschätzt hatten und die Themen weitaus interessanter waren als vorher angenommen, merkten wir schon relativ schnell, als wir mit dem Experimentieren anfingen.

In der ersten Runde ging es hauptsächlich darum, Mehl und Öl als Baustoff in der Konstruktion zu nutzen. Ziel war es, mit verschiedensten Mehlsorten und Ölen das ideale Verhältnis für den perfekten Baustoff zu finden. Des Weiteren sollten wir untersuchen, welchen Einfluss Wasser und/oder Hitze (im Backofen) auf den Baustoff haben und ob sie die Konsistenz des Stoffes verbessern oder ggf. sogar verschlechtern. Schließlich folgte eine Aufgabe, die Geschick und Kreativität forderte, durch eigens entwickelte Methoden die Belastbarkeit (des Baustoffes) zu testen, eine Brücke, sowie einen möglichst hohen Turm zu bauen. Nachdem wir unseren Versuchsbericht für die erste Runde eingereicht hatten und einige Monate vergangen waren, ging es vor den Märzferien 2020 auch schon in die zweite Runde.Wie es allgemein bekannt ist, war dies ungefähr der Zeitraum, als die Corona-Infektionszahlen in Deutschland leider drastisch anstiegen. Dies erschwerte die gewohnte Arbeit am NATEX-Projekt, vor allem in Gruppen, da wir überwiegend getrennt arbeiten mussten. Letztendlich war es uns aber mithilfe der „modernen Technik“ (Telefon, Videoanrufe etc.) möglich, die Ergebnisse auf die eine oder andere Weise zusammenzutragen.

Kurzgefasst untersuchten wir im zweiten Teil des NATEX-Projektes die Flechten und Moose auf ihre verschiedensten Eigenschaften (Beschreibung und Bestimmung von drei unterschiedlichen Moosen; Wasseraufnahmefähigkeit der Moose im Vergleich zu anderen Materialien; Standorte der Flechten; Artenvielfalt und Deckungsgrad mithilfe von Flechtenleitern; Flechten als Bioindikatoren). Rückblickend können wir zusammenfassen, dass sich einerseits Probleme ergeben haben. So konnten wir einige unserer Hypothesen nicht widerlegen, beispielsweise haben sich Flechten zu unserer Überraschung nicht als Bioindikatoren erwiesen und auch der in Runde 1 hergestellte Baustoff war vielmehr elastisch als fest, was u.a. in Bezug auf die Konstruktion eines Turms ein Hindernis darstellte. Andererseits können wir gerade aus diesen „Misserfolgen“ schließen, dass auch ein fehlgeschlagenes Experiment ein Ergebnis mit verwertbarer Aussagefähigkeit ist. Ebenso ist das Arbeiten an zum Teil noch unerforschten Themengebieten (außerhalb der Schule) eine wichtige, abwechslungsreiche und lehrreiche Erfahrung, die uns und Schülerinnen und Schülern allgemein nicht nur das wissenschaftliche Arbeiten näherbringt, sondern Interesse weckt, unser Geschick und unsere Selbständigkeit fordert, aber vor allem, wenn man an einer solchen Arbeit interessiert ist, auch sehr viel Spaß machen kann.

Es ist also denkbar, dass sich unsere Einstellung gegenüber dem alternativen Baustoff sowie Moosen und Flechten fundamental verändert hat. Wir haben daher gewissermaßen wissenschaftlich bewiesen, dass der Bau eines Turms aus Mehl und Öl sowie die Versuche mit Moosen und Flechten komplexer, wissenswerter und allgemein weitaus mehr sind als nur ein „Backrezept und Unkraut“.

Yeawon Kim und Winona Witten, SI