Warum wir Hausaufgaben hassen – und ob sie wirklich etwas bringen

Diesen Text hat Carolina, 6. Klasse, in der Journalismus AG erarbeitet. Wenn auch du Lust hast, Texte für unsere Homepage zu verfassen, dann komm freitags ab 13.30 Uhr in die Medienmanufaktur und mach mit!

Viele empfinden Hausaufgaben als nervig (ich auch) – aber sie müssen nun mal sein. Oder stimmt das überhaupt? Bringen Hausaufgaben wirklich etwas? Hier ein paar Pro- und Kontrapunkte:

Pro:

  • Können hilfreich sein, weil Schüler*innen lernen, Prioritäten zu setzen
  • Fördern die Selbstständigkeit
  • Man lernt, sich länger auf Aufgaben zu konzentrieren und dranzubleiben
  • Helfen dabei, neue Lerntechniken und Strategien zu entwickeln
  • Fördern eigenständiges Arbeiten und das Übernehmen von Verantwortung

Kontra:

  • Können Stress verursachen
  • Können demotivierend sein
  • Weniger Zeit für Freizeit und Erholung
  • Werden oft als unnötige Pflicht statt als sinnvoller Lernstoff wahrgenommen
  • Nicht alle haben zu Hause Zeit, Ruhe oder Unterstützung durch Eltern

Auch wenn Hausaufgaben eigentlich dazu da sind, dass man Sachen nochmal übt und alleine lernen soll, habe ich in meiner Recherche immer wieder gelesen, dass Hausaufgaben eigentlich wenig bringen.
Ich habe gelesen, dass Schüler*innen, die keine Hausaufgaben machen müssen, entspannter sind und die Noten auch nicht schlechter werden, wenn es keine Hausaufgaben gibt.
Viele Schüler*innen schieben die Hausaufgaben vor sich her: Das kann belastend sein und den schulischen Erfolg negativ beeinflussen.

Zur Frage danach, wieso viele Hausaufgaben geradezu hassen, habe ich ChatGPT befragt:

ChatGPT:

„Kurz gesagt: Hausaufgaben triggern alles, was unser Gehirn nicht mag.
Ein paar Gründe, warum wir sie so hassen:
• Sie fühlen sich meist unfair an. Schule ist vorbei – und zack, nimmt sie dich trotzdem mit nach Hause. Dein Gehirn so: „Moment, das war doch Feierabend?“
• Keine direkte Belohnung. Viel Arbeit, wenig Dopamin. Games, TikTok oder Netflix geben sofort Spaß – Hausaufgaben erst mal nur Kopfschmerzen.
• Sie erinnern uns daran, dass wir etwas nicht können. Fehler machen, nicht checken, langsam sein → fühlt sich mies an, also lieber vermeiden.
• Fremdbestimmt. Niemand macht freiwillig Matheblatt 3a. Unser Kopf hasst Dinge, die er muss.
• Sie zerstören Freiheit. Nachmittage sollen chillig sein, nicht nach „Lernplan“.

Oder philosophisch gesagt:

Hausaufgaben sind der Beweis, dass selbst Wissen manchmal schlecht verpackt sein kann 😅“

Aber was sagen Schüler:innen und Lehrer:innen dazu?

Herr Möhring:
„Ich bin der Meinung, Hausaufgaben sind nur dann sinnvoll, wenn sie das Gelernte üben und trainieren oder wenn sie etwas für die nächste Stunde vertiefen und vorbereiten. Wichtig ist mir, dass Hausaufgaben eine gute Rückmeldung für uns Lehrkräfte sind, um zu erkennen, ob die Schülerinnen und Schüler den Lernstoff verstanden haben. Wenn Schülerinnen oder Schüler den Lernstoff in der Schule nicht verstanden haben, werden sie diesen durch die Erledigung von Hausaufgaben auch nicht verstehen. Um dies zu beurteilen, brauchen wir die ehrliche Rückmeldung, ohne dass Eltern die Hausaufgaben maßgeblich erklärt oder sogar angefertigt haben. Es ist die Aufgabe der Lehrkräfte, in solchen Fällen nachzusteuern. Und wenn man den Stoff bereits in- und auswendig kann, bringen Hausaufgaben ebenfalls wenig, allenfalls ein ergänzendes Training. Dennoch müssen sie angefertigt werden, schon allein der Gerechtigkeit wegen, aber auch zur Kontrolle, ob die Inhalte wirklich verstanden wurden. Es ist natürlich nie gut, wenn man mehrere Hausaufgaben an einem Tag aufbekommt, die alle bis zum nächsten oder übernächsten Tag erledigt werden müssen. Viele Schülerinnen und Schüler werden dadurch gestresst und unaufmerksamer im Unterricht. Hierzu müssen sich die Lehrkräfte immer wieder abstimmen und ihrer Schülerschaft eine Orientierung geben.“

Eine Schülerin:
„Ich finde Hausaufgaben grundsätzlich ok, wenn es nicht zu viele sind und wenn der Unterrichtsstoff vorher schon dran genommen wurde oder die Aufgaben als Wiederholung dienen. Man sollte als Lehrer:in allerdings nicht nur Hausaufgaben aufgeben, um die Schüler:innen „sinnvoll“ in ihrer Freizeit zu beschäftigen, da man als Schüler:in auch Freizeit zum entspannen braucht.“

Also das Feedback an Lehrer*innen:
Bitte gebt Hausaufgaben nur dann, wenn sie wirklich sinnvoll und notwendig sind. Gebt Hausaufgaben nicht aus Prinzip oder um den Nachmittag der Schülerinnen zu füllen auf. Außerdem fragt lieber zweimal nach, ob der Lernstoff wirklich verstanden wurde, damit Unklarheiten im Unterricht besprochen werden können.