Schülerstimmen zur Oberstufe am Gymnasium Oberalster

Lesen Sie hier Beiträge von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Oberalster zu unserer Oberstufe. Die Beiträge erscheinen im Januar 2021 Im GOA-Jahrbuch.

Tipps zum (Über)Leben in der Oberstufe

Von Lena Rüschpler, S3

Zu Beginn des Schuljahrs 2020/21 bot Beratungslehrerin Frau Freudenstein erstmals im Zuge des Seminarunterrichts Informationsgespräche für die neuen Oberstufenschüler der S1 an, wobei nicht nur aus Lehrersicht Hinweise zur Stressbewältigung gegeben wurden, sondern auch Schülerinnen und Schüler der S3 sowie Abiturienten aus dem Vorjahr ihre Vorschläge und Hinweise zur erfolgreichen Bewältigung der Oberstufe beisteuerten. Da ich mir so etwas zu Beginn meiner Oberstufenzeit auch sehr gewünscht hätte (manchmal merkt man erst im Nachhinein, was einem entgangen ist), stelle ich hier die mir am wichtigsten erscheinenden Punkte dar. 

Zu Beginn kann ich nur raten, keine Angst zu haben. Die Oberstufe ist eine neue, sich von der vorherigen Schulzeit teils stark unterscheidende Phase, aber im positiven Sinne. Wer sich erlaubt, sie zu genießen, kann (und wird!) sie als eine sehr schöne, bereichernde Zeit empfinden. 

Im Vergleich zur Mittelstufe kommt oftmals gar nicht viel mehr Stoff auf einen zu, dafür werden Themen jedoch tiefschürfender behandelt, besonders im Deutschunterricht. Der sogenannte AFB III (selbstständige Denkleistung) gewinnt in allen Fächern, inklusive der Naturwissenschaften, an Bedeutung. Auch in Bio und Chemie erwartet euch also mindestens eine längere Schreibaufgabe in jeder Klausur. Operatoren sind das A und O bei der Bearbeitung von Klausuraufgaben, sie müssen genau beachtet werden und mit ihnen geht ebenso die Bedeutung von Struktur einher. Gerade in Deutsch und PGW spielt nicht nur der Inhalt, sondern auch die Darstellungsform eine entscheidende Rolle.  Gute Nachrichten gibt es auch: In vielen Fächern bewahren gutes Textverständnis und eigene Ideen vor dem Auswendiglernen, auch wenn das nicht ganz wegfällt. 

Keine Sorge, die Lehrer wissen, dass für euch alles neu ist. Im ersten Semester gilt „Welpenschutz“.  

So blöd es klingt: Lernt für das Wissen, nicht für die Noten! Natürlich sind auch gute Noten wichtig, aber sie sollten nicht das Hauptziel bei jedem Leistungsnachweis sein. Wissen kann euch keiner mehr wegnehmen, schlechtere Noten als erhofft euch aber durchaus demotivieren. 

Macht euch bewusst, dass ihr in diesen zwei Jahren nicht für die Schule lebt, sondern die Bildung erlangen dürft, die euch persönlich bereichert und den Weg für euren weiteren Werdegang ebnet. Manchmal ist es anstrengend, aber seid euch im Klaren darüber, warum ihr dennoch dranbleibt. Seht das Abitur als Chance, herauszufinden, in welche Richtung ihr euch beruflich und menschlich entwickeln wollt. Zu erkennen, dass ein Fach oder Themengebiet überhaupt nichts für euch ist, kann auch sehr wertvoll sein. In vielen Fächern bekommen wir die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, Inhalte zu verknüpfen, uns selbst und die Welt etwas besser einordnen zu können. Was wir in Philosophie besprechen, hilft in PGW, History, Kunst und Deutsch, und auch Bio und Chemie gehören untrennbar zusammen. 

„Das Chaos sei willkommen, denn die Ordnung hat versagt.“ 

Manche mögen sich inmitten zerknitterter Zettelgebirge wohler fühlen als andere. Dennoch empfehle ich: führt UNBEDINGT ein Hausaufgabenheft! Schließlich habt ihr (oder eure Eltern) bereits Geld in den neuen GOA Schulplaner investiert, dann kann man ebenso gut ab und zu etwas reinschreiben. 

Was ich mir jedes Mal vornehme und leider eher selten umsetze, ist früher als 24 Stunden vor Abgabe mit langen Aufsätzen zu beginnen. Tut es! Prokrastinieren lässt Aufgaben maximal aus eurem Gedächtnis verschwinden, nicht aus dem der Lehrer und nicht aus dem Schulplaner (den ihr vorbildlich führt). 

Öfter nein sagen und meine Prioritäten früher festlegen. Man muss nicht immer an jedem Projekt und Wettbewerb teilnehmen, ständig Vorträge halten und 36 Wochenstunden haben. Aber man kann natürlich. Balance ist hier das Zauberwort. Freizeit im Sinne von Hobbies und Freunde treffen ist ebenso wichtig wie wirklich freie Zeit. 

  1. Versucht, so viel wie möglich aus jeder Stunde mitzunehmen, sodass ihr zuhause weniger zu tun habt. Wer solide mündliche Noten hat, kann auch mal eine Klausur in den Sand setzen. 
  2. Nehmt Hinweise eurer Lehrer wahr. Wenn sie sagen, ihr sollt regelmäßig Nachrichten konsumieren (nie zählt nicht), dann tut das auch. 
  3. Stellt unbedingt Fragen! Wenn ihr das Gefühl habt, dass euch Fachlehrer und Tutoren nicht weiterhelfen können: Die Zwölftklässler beißen selten. 

Profilvorstellungen derzeitiger S3-Schülerinnen und Schüler

Im Moment bin ich Schülerin der Oberstufe am Gymnasium Oberalster. Vor anderthalb Jahren habe ich mich für das Medienprofil entschieden, ein Ort, an dem Freude und Freunde zusammenkommen. Doch nicht nur das hat mich überzeugt, sondern vor allem die Zusammensetzung aus jeweils vier Wochenstunden Deutsch, bildender Kunst und PGW.

Unterrichtsübergreifende Themen, wie zum Beispiel das Erstellen einer Zeitschrift, wird im Kunst- sowie im Deutschunterricht Hand in Hand erarbeitet. Bildende Kunst als kreatives Fach mag am Anfang einschüchternd klingen, doch nach meiner bisherigen Zeit kann ich nichts Negatives darüber äußern. Mit Hilfe von Photoshop wurden aus alten, geschichtlich relevanten Fotografien neue Werke, in welche wir uns als Augenzeugen hineinsetzten. Doch nicht nur technikbezogene Aufgaben werden gestellt, sondern auch der Umgang mit klassischen Methoden wird erprobt. Deshalb sollte man nicht aufgrund der doppelten Stundenanzahl des Faches Kunst davor zurückschrecken, das Medienprofil zu wählen. 

Die lockere Atmosphäre zur optimalen Vorbereitung auf den Abschluss sowie der Umgang mit medienrelevanten Techniken wird erlernt und vertieft. Hier macht Lernen Spaß und ist nicht nur die Vorbereitung auf das anstehende Abitur, sondern auch auf das darauffolgende Leben. Wir genießen den Prozess, der uns stetig weiterbildet, um uns jeden Tag ein Stück zu verbessern. Medialer und digitaler Fortschritt wird stetig angestrebt und bei uns im Medienprofil hoffen wir, auch in den folgenden Jahren mit interessiertem und talentiertem Nachwuchs rechnen zu können.

Fiona Habelt, S3

Hast du dich schonmal gefragt, wie genau eine Bewegung entsteht und wie die teilweise etwas verwirrenden Bewegungsabläufe beim Speerwurf, Kugelstoßen oder Hochsprung zustande kommen? Mit solchen Fragen beschäftigen wir uns in Sport-Theorie und analysieren auf der Basis anatomischer Gegebenheiten wie sich welches Körperteil genau bewegen kann und wie wir uns diese für sportliche Zwecke zunutze machen können. Weiterhin setzen wir uns mit Trainingsmethoden, Trainingsplänen, Bewegungsgliederung, biomechanischen Prinzipien und den psychologischen Einflüssen auf die sportliche Leistung auseinander.

Wichtig zu wissen ist, dass auch das Sportprofil nur 90 Minuten Sportpraxis in der Woche betreibt. Dazu kommen profilgebend zweistündig Sport-Theorie, vierstündig Biologie auf erhöhtem Niveau und entweder PGW oder Geografie, ebenfalls erhöht. Auch für diese Fächer sollte man unbedingt Interesse mitbringen.

Eine weitere Besonderheit unseres Profils ist die Möglichkeit die C-Lizenz zu erwerben, um offiziell in Sportvereinen Gruppen zu trainieren, inklusive Erste-Hilfe-Kurs. Wer sich dazu entscheidet, im Abitur das Fach Sport zu wählen, kann in zwei praktischen und einer theoretischen Prüfung sein Können unter Beweis stellen. Solange keine Pandemie die Pläne durchkreuzt, kann man sich zudem auf eine Skireise freuen.

Henriette Kurp, S3

“There is nothing either good or bad, but thinking makes it so” (Hamlet 2.2)

Have you spent a year abroad and the thought of suddenly returning to an all-German school life sounds unfamiliar to you? Or have you always been interested in the English language and would like to further improve your skills? Do you feel like studying and/or possibly working in an English-speaking country? Or are you particularly passionate about Shakespearean plays?

There are numerous reasons as to why the international studies profile may appeal to you. But be aware that you will not have any additional English lessons and History as well as PGW make up a considerable part of your timetable, even though the latter can be replaced with Geography if you wish. 

Nobody can deny the fact that English is a highly important and aesthetic language and while most students only get to relish from conversing in English for 180 minutes per week (minus time for the modern technology to be ready for service), members of the bilingual profile are treated to another 270 minutes. 

The subjects defining our profile are English (who expected that?), History (basic level), PGW, which is taught in German on higher level and therefore is set as an Abitur exam subject, and English Seminar. In addition to that, many students choose to take the Cambridge Certificate course too. 

What makes our profile stand out is the opportunity to participate in the European Youth Parliament competition and fun trips to English-speaking countries, post-Brexit probably Ireland or Scotland (as long as no pandemic forbids this). Generally, a spirit of international interest, affection for the English language and culture unite us. 

Lena Rüschpler, S3

Wir sind das „Diskussions-Profil“. Unsere Unterrichtsstunden sind, wie dieser Spitzname schon vermuten lässt, von lebhaften Auseinandersetzungen geprägt. Leider häufig zum Leidwesen anderer Schüler, die Kurse mit uns, aber leider nicht unsere Begeisterung für Streitgespräche teilen. Unsere politischen Auffassungen gehen teils weit auseinander, was zu kontroversen, aber immer sachlichen Diskussionen führt. Gemeinsam mit Herrn Nabisade beleuchten wir diverse politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen. Besonders hervorzuheben ist hierbei unsere „Aktuelle Stunde“, in der wir uns wöchentlich mit aktuellen Themen auseinandersetzen und diese, wer hätte es gedacht, heftig diskutieren.

Nils Lenke und Emily Bassen, S3

Welche Rolle spielt der Mensch auf unserem Planeten? Wie ist das Ökosystem Erde aufgebaut? Welchen globalen Problemfeldern sehen wir uns gegenüber? Wie sieht eine nachhaltige Zukunft aus? Diese und zahlreiche weitere Fragen eröffnen sich Schülerinnen und Schülern des Life-Sciences-Profils am GOA.  Sie stellen allerdings noch lange nicht alles dar, was das Profil bereithält… aber lest selbst:

Unser Profil setzt sich aus Schülerinnen und Schülern zusammen, die Spaß und Interesse an den Naturwissenschaften und allgemein den Zusammenhängen unserer Umwelt haben. Die profilgebenden Fächer sind Biologie, Chemie und Geographie. Diese Kombination macht es unter anderem möglich, dass ein Thema in einem Fach behandelt und in dem nächsten unter ganz neuen Gesichtspunkten wieder aufgegriffen wird. So wird beispielsweise der Treibhauseffekt nicht allein auf chemischer Basis, sondern auch in der Biologie als Einfluss auf viele Ökosysteme und in der Geographie als Teil des globalen Problemfeldes „Klimawandel“ begriffen. Auf diese Weise wird man zu vielseitigem Denken angeregt und sieht die Dinge aus mehr als nur einer Perspektive.

Eine Besonderheit des Profils ist die Teilnahme an dem Wettbewerb „Jugend forscht“, die allen Schülerinnen und Schülern der S1 geboten wird. Von den Naturwissenschaften bis hin zur Mathematik und Informatik stehen einem alle Felder offen, in die man ein eigenes Projekt einbetten kann. Das Entwickeln eigener Forscherfragen, das professionelle Experimentieren und die wissenschaftliche Dokumentation des eigenen Projektes sind nicht nur eine bereichernde Erfahrung, sondern Fertigkeiten, die sich in vielen anderen Fächern und auch später an der Universität bewähren. Natürlich ist auch die Einladung auf die Regionalrunde inklusive des Präsentierens der eigenen Projekte vor der Fachjury ein Erlebnis, das man als Profil teilt und an das man sich gerne zurückerinnert. Und womöglich winkt bei einigen auch der große Ruhm auf Landes- oder sogar Bundesebene…

Alles in allem bieten sich also die besten Voraussetzungen, um die sowohl menschlich als auch schulisch wichtige Zeit der Oberstufe im Life-Sciences-Profil zu erleben. Diese Wahl ist für all diejenigen empfehlenswert, die Freude daran haben, sich mit der Welt vor allem im naturwissenschaftlichen, aber auch im politischen und gesellschaftlichen Sinne auseinanderzusetzen und dabei viele Kenntnisse für das Leben nach dem Abitur mitzunehmen.

Belize Acharya, S3

Wir sind zwar das ‚Nerdprofil‘, tragen aber weder alle Brillen, noch programmieren wir den ganzen Tag lang. Und auch als Mädchen kannst du dich auf jeden Fall in das Natur und Technik Profil trauen. Denn in unserem Profil ist nur eine Sache wichtig: das gemeinsame Interesse an den Naturwissenschaften.

Der Schwerpunkt des Profils liegt gleichermaßen auf Physik und Informatik, sodass du unbedingt an beidem Interesse und Freude haben solltest. Aber keine Sorge, auch, wenn du ohne Vorkenntnisse im Informatikunterricht sitzt, findest du nach einigen Stunden in das Fach rein. Du wirst außerdem garantiert nicht die einzige Person sein, die zuvor keinen Informatikunterricht hatte. Es geht nämlich nicht darum, wie viel Vorwissen jeder hat, sondern darum, gemeinsam weiter zu lernen – und wenn du Spaß daran hast, geht es schneller, als du denkst.

In Hinblick auf den Physikunterricht ist es sinnvoll, Mathematik auf erhöhtem Niveau zu wählen. Nicht nur, um dieselbe Lehrerkraft in beiden Fächern zu haben. Denn mitunter benötigst du die neu erlernten Mathematikkenntnisse, um physikalische Zusammenhänge besser zu verstehen. Natürlich ist der Physikunterricht nicht nur theoretisch. Auch – bei uns Schülern sehr beliebte – Stunden mit eigenständigem Experimentieren, in denen man aus eigenen Erfahrungen lernt, finden regelmäßig statt.

Profilbegleitende Fächer sind einerseits Geografie oder PGW auf grundlegendem Niveau sowie das Fach Seminar. Letzteres wird in unserem Profil nicht von den Tutoren unterrichtet und hat demnach keinen direkten Fachbezug. In diesem Fach geht es beispielsweise um überfachliche Kompetenzen für Präsentationsleistungen und Hausarbeiten. 

Auch die außerschulischen Aktivitäten haben in unserem Profil einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Zu Beginn des ersten Semesters waren wir zum Beispiel in der Technischen Universität Hamburg-Harburg, und hätten (ohne Corona) einen weiteren Ausflug ins Desy sowie die Profilreise nach Dresden gemacht. 

Das Natur und Technik Profil ist also genau das Richtige für alle Naturwissenschaftler und besonders auch Naturwissenschaftlerinnen, die Logik und Fakten lieber mögen als Vermutungen und Meinungen 🙂

 Der beste Grund für die Wahl des Profils ist allerdings eine simple Tatsache: 

Physik bereichert das Leben“ (Frau Mersiowsky). 

Golnaz Shahrestani und Matilda Kändler, S3