Ein Abschiedsgruß mit viel Humor: „Die Sauna“ der Klasse 10a (Schuljahresende 1954)

Über einen Nachlass haben wir eine Abschiedsbroschüre erhalten, die EInblicke in die ganz frühen Jahre des GOA bietet. Diese Schüler haben das GOA seit vier Jahren besucht (Einführung der sechsjährigen Grundschule 1949). Aus der Einleitung geht hervor, dass die Mehrzahl der Schüler die Schule vor dem Abitur verlässt und beispielsweise eine Ausbildung beginnt. Das ist für diese Zeit nicht unüblich: Die höheren Schulen waren hoch selektiv, in der Regel machten weniger als die Hälfte der Schüler tatsächlich Abitur. (Ein zweiter Grund waren die Schulbesuchskosten: Schulgeld war noch Standard und auch die Kosten eines längeren Schulbesuchs mit dem dann ja folgerichtigen Hochschulstudium waren für viele Haushalte zu hoch.)

Auffällig ist das Leitgedicht „Die Sauna“, in der Marga Karstens sehr humorvoll, aber auch klar und deutlich, den Mathematik- und Lateinunterricht kritisch bewertet: Die Kritik bleibt in der Mathematik fachlich, beim Lateinunterricht ist es der Lehrer Kretschmann der im Zentrum der Kritik steht und dafür sorgt, „wenn´s Vieren und Fünfen regnet“ – trotz intensiven Lernens! Hier erklärt sich dann der Titel der Broschüre: Die Schule als „Schwitzkasten“, also ungesunde Sauna.

In den folgenden Beiträgen finden sich weitere humoristische Betrachtungen von Unterricht sowie eine Sammlung von Zitaten aus dem Schulalltag und ironische Kleinanzeigen. Manche Dinge haben sich in den letzten 70 Jahren aber auch nicht geändert: Haare wachsen z.T. weiter ungeschnitten, wie die Sammelanzeige zu Norbert (S. 7) zeigt und der (erfundene?) Klatsch aus Hollywood auf S. 10.
Dr. Helge Schröder